November 2020 [46. KW], 09.11.-15.11.20

09. November ’20 (Montag)

[Das RKI meldet heute eine Fallzahl von 13.363, Montag letzte Woche waren es 12.097 neue Fälle]

Eine neue Woche beginnt. Die Kinder gehen zur Schule, als wenn nichts wäre. Änderungen gibt es seit letzten Montag nur für die Klassenstufen der SEK2. Hier müssen die Schüler nun auch während des Unterrichts einen Mund-Nase-Schutz tragen. Dies gilt nicht für die Klassenstufen 7 bis 10.

Die Lehrer sind von dieser Pflicht befreit, um sie aber zu schützen wurden in einigen Klassenräumen die Tische der Schüler, wir haben ausschließlich Frontalunterricht, nach hinten zusammengeschoben. Damit kann der Unterrichtende nun vorne die Abstände einhalten und die Erklärung, dass kein MNS notwendig ist wird damit bekräftigt. Die Kids sitzen nun noch enger zusammen, 30 Schüler in einem Raum. Das Lüftungskonzept klappt wohl, berichten meine Kinder. Die Änderung der Sitzordnung dagegen, nervt unsere Kinder schon etwas an. Nun werden theoretisch Abstände eingehalten, das hält aber verschiedene Lehrer nicht davon ab, weiter durch die Reihen zu spazieren. Was eben wichtig ist, auch bei Schülern im Alter von 14 und 17 Jahren…


10. November ’20 (Dienstag)

[RKI: 15332, und 15352 waren es am letzten Dienstag]

Am Sonntag bin ich abgeschweift bei meiner Schreiberei und habe eine Idee formuliert, wie Schule im Allgemeinen funktionieren könnte. Das steht mir nicht zu, ist nicht meine Aufgabe und sowieso, trotzdem schreibe ich es auf. Nun habe ich gestern in einem Gespräch mit einer Lehrerin aus der Verwandtschaft erfahren, dass genau diese Idee, mit dem Wechselunterricht Bestandteil des Stufenplan der Schulen ist.

Tja, ich bin nicht wirklich entspannt, dass unsere Kids in der Oberstufe mit Mundschutz, also der Variante, die den Gegenüber, aber nicht den Träger schützt ca. 8 Schulstunden in engen Räumen verbringen. Das Tragen dieses Mund-Nase-Schutzes entspricht auch nicht in allen Fällen der Vorstellung von Wirksamkeit…

Nochmal zur Erklärung:

“Oft werden alle Masken als Schutzmasken bezeichnet. Man sollte jedoch zwischen OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz oder MNS) und Atemschutzmasken unterscheiden. OP-Masken dienen vor allem dem Schutz der Umgebung vor den Keimen, die der Träger durch z.B. Atmen oder Niesen verteilen könnte. Atemschutzmasken hingegen dienen dem Schutz des Trägers vor luftgetragenen Schadstoffen, wie z.B. Viren.

Bei den Atemschutzmasken gibt es wiederum verschiedene Gruppen. Zum Schutz vor Viren und Mikroorganismen sind grundsätzlich Masken mit einem Partikelfilter geeignet. Dazu zählen unter anderem sogenannte Partikelfiltrierende Halbmasken, besser bekannt als FFP-Masken (FFP=filtering face piece).”

(Quelle: https://healthcare-in-europe.com/de/news/covid-19-welche-atemschutzmaske-ist-die-richtige.html )


11. November ’20 (Mittwoch)

[RKI: 18.487, zum Vergleich letzten Mittwoch wurden 17.214 gemeldet]

Die Zahlen steigen, in den Medien erscheinen Zahlen von Schüler und Lehrern, die sich in Quarantäne befinden (siehe Link), vielleicht lassen diese ja die Verantwortlichen aufhorchen.

LINK:  Corona an Schulen: Mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne | tagesschau.de

(Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/corona-schulen-107.html)

Und damit bin ich schon bei meinem Dauerthema. Die Situation in unserer Schule ist unverändert. Was mir allerdings bis heute nicht bewußt war, bzw., woran ich überhaupt keinen Gedanken verschwendet habe, ist die Raumverteilung. Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass unsere Kinder nicht jede Pause in Form einer Völkerwanderung durch das Schulhaus laufen, um von einem Unterrichtsraum zu einem anderen zu gelangen. Ich hätte gedacht, dass diese Vorgehensweise maximal für Fachräume, mit entsprechendem Equipment stattfindet. Die Situation gestaltet sich aber so, dass zu fast jeder Stunde der Raum gewechselt wird. O-Ton “meine Kids”.

Die Lehrer werden massiv geschützt, dieser Eindruck drängt sich mir auf. Durch die beschriebene Vorgehensweise werden die Kontakte der Lehrer maximal minimiert, keine Kontakte zu den Schülern, da ausreichend Abstand durch Umgestaltung der Klassenzimmer geschaffen wurde. Die Tische der Schüler wurden vor einigen Tagen entsprechend zusammengeschoben, dass der Platz im vorderen Bereich vergrößert wurde. Es entstehen kaum Kontakte auf den Fluren, da nur unsere Kinder hier einem Einbahnsystem folgend die Räume wechseln und es immer wieder zu Engpässen kommt. Es gibt hier baulich bedingte Nadelöhre, das ist einfach so. Gute Durchmischung der Klassenstufen in den Pausen auf den Fluren, aber sobald die Schüler draußen sind, im Freien muss der Regel 100%ig gefolgt werden, dass kein Kontakt unterschiedlicher Klassen, bzw. Klassenstufen geduldet wird.

Hm, mir fehlen klare Regeln, Regeln, die zeigen, dass gründlich nach einem Lösungsansatz gesucht wurde und dies nun realisiert wird. Und was noch mehr fehlt, sind Informationen. Wir, die Eltern erhalten überhaupt keine Informationen. Es besteht keine Kommunikation über Änderungen, Verbesserungen, Zustände, etc. Nur das was unbedingt kommuniziert werden muss, eben wenn es in Quarantäne geht, das erhalten wir. Die Schul-Webseite unter der Rubrik “Corona” von heute:

“Neuerungen sind in Bearbeitung und werden folgen.” Seit Wochen sind das die Infos, die wir abrufen können…

Stattdessen lese ich einen Artikel darüber, wie gut man vorbereitet ist (siehe folgenden Link).

LINK: Neuenhagener Echo Nov. 2020

Diesen Artikel konnte ich nicht so ganz emotionslos hinnehmen, erstens, weil wir erlebt haben, wie die Informationen zu uns in die Familie kamen, was mehr als unprofessionell war (ich habe am 04. Oktober ’20 darüber geschrieben) und was mich regelrecht aufregt, dass sind Äußerungen, wie : “Für alle Schüler auf Online-Unterricht umzustellen, bräuchte bestimmt ein paar Tage, weil alles auf Videokonferenzen eingerichtet werden müsste.”. Hier bekomme ich leichte Schnappatmung, warum ist das nicht vorbereitet, was ist denn nun überhaupt vorbereitend passiert, ich meine die Pandemie dauert nun schon seit März an und wir dürfen nicht überrascht sein, dass sie nicht einfach verschunden ist (It will disappear like a miracle.)…. Es waren über sechs Wochen Sommerferien, dann hatten wir jetzt 2 Wochen Herbstferien und ganz ehrlich, wenn ich mir die Komfortabilität der Schulcloud anschaue und dann sehe, wie manche Aufgaben präsentiert werden, dann würde ich am liebsten weinen. Das über die HPI Schulcloud nun auch Videokonferenzen möglich sind, das ist, das habe ich schon im Sommer auf der HPI Webseite gelesen, es wurde ebenso über den Newsletter geteil, dürfte also alle die involviert und interessiert sind erreicht haben. Erwartet hätte ich im August, zu Beginn des neuen Schuljahres ein Konzept, mit welchem bei einer eventuellen Schulschließung, von jetzt auf gleich auf diese digitalen Möglichkeiten umgestellt wird und nicht, “dann laden wir den Stoff in die Schulcloud hoch und dafür benötigen wir ein paar Tage”. Diese ist weiterhin von down-times betroffen und wie soll das werden, wenn alle Schüler darauf evetuelle gleichzeitig zugreifen und nicht nur einige sporadisch?

Heute ist bei mir “Tag des Presse-Artikels”😉, Auf rbb24 habe ich vorhin folgendes entdeckt: (Quelle: https://www.rbb24.de/panorama/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/11/berlin-schulen-pandemie-fallzahlen-corona-tests-schueler.html)

LINK: Bundesweit 300.000 Schüler in Quarantäne: Berlin und Brandenburg wollen an Schulöffnungen festhaten

Und noch einen Artikel, den ich teilen möchte, auf tagesschau.de habe ich folgendes gefunden und hier endlich auch mal die Erwähnung, dass Studien an denen sich orientiert werden, einfach aus einer Zeit stammen, als unsere Schulen nicht voll besetzt waren und wir ganz andere Infektionszahlen hatten.

LINK: Corona-Infektionen: Deutlich mehr Fälle bei Schülern | tagesschau.de

(Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/schulen-infektionen-corona-101.html).

Zum Abschluss für heute noch ein Foto, welches ich im ALDI aufgenommen habe.

ALDI bereitet sich auf Hamsterkäufe vor: Klopapier bis unter die Decke gestapelt!

12. November ’20 (Donnerstag)

[RKI: 21.866, zum Vergleich letzten Donnerstag wurden 19.990 gemeldet]


13. November ’20 (Freitag)

[RKI: 23.542, Freitag letzte Woche wurden 21.506 neue Fälle gemeldet]

Die Zahlen steigen weiter, allerdings flacht die Kurve etwas ab. Nicht zu früh freuen, denn eigentlich kann dieser Teil-Lockdown oder Lockdown light noch nicht wirklich Wirkung zeigen, zumindest sind das die Aussagen der Fachleute.

Die Schule unserer Kinder ist noch geöffnet, allerdings ab heute coronabedingt mit einer Klassenstufe weniger und eine Klasse der Klassenstufe 10 fehlt. Hm, wir sind gezwungen, uns diese Entwicklung weiter anzuschauen…

Dafür wurde uns heute ein Schreiben, ein Schüler-Elternbrief des Brandenburger Bildungsministeriums übermittelt. Leider sind unsere Informationswege lang, sehr lang. Wenn es um Briefe des Ministeriums geht, habe ich diese normalerweise schon vorher vom MBJS-Server geladen. Bei uns werden die eMails, die an die Elern gehen erst an den vorsituzenden der Elternkonferenz gesandt, dieser leietet sie an die Elternvertreter weiter und von dort gehen sie dann über Verteiler an die Eltern. Klingt umständlich und ist umständlich. Mir ist völlig unklar, warum wir unsere Daten, auch eMail-Adressen auf Datenblätteren aktuell halten, wenn diese nicht genutzt werden. Und “Nein!”, jetzt kann das Argument Datenschutz mal nicht für schlechte Kommuniakationswege mißbraucht werden. Wir (Eltern) aktualisieren diese Daten jährlich und das freiwillig. Beispiel: in der Klassenstufe (11. Klasse) meiner Tochter, haben wir uns freiwillig dazu  bereit erklärt, einem Elternvertreter unsere eMail-Adresse für einen Verteiler zu überlassen (obwohl diese schon alle im Sekretariat liegen, eben auf erwähntem Datenblatt) funktioniert. Sechs Wochen später waren ganze sechs Adressen hinterlegt, ich denke die Mehrheit der Eltern hat es einfach vergessen. So werden wir informiert, die Schulleitung sendet Informationen an den vorsitzenden Elternvertreter, dieser sendet sie weiter an die jeweilige Elternvertreter der Klassen und von dort werden sie an die Eltern geteilt. Klingt holprig! Das aktuelle Dokument ist auf den 06. November datiert, erreicht hat es die Eltern am 13. November. Zum Glück enthielt nicht wirklich relevante Informationen, eigentlich nur Geplänkel.

2020-11-06_Elternbrief.MBJS

Der Abschluss-Satz dieses Briefes…

…leider kommt nicht wirklich das Gefühl der Sicherheit auf!


14. November ’20 (Samstag)

[RKI: 22.461, Vergleich zum Samstag letzte Woche = 23.399]

Weniger Fälle, als am Samstag vor einer Woche, darf da leichte Hoffnung aufkommen?

Gestern bei Rossmann…auch hier leeren sich die Regale, in welchen dieses zellstoffartige Rollenpapier liegt…

…wird weniger, was kann man nur zu Hause mit den Unmengen die gekauft wurden alles anstellen?!

Wir sind heute abend in die Berliner City gefahren, es ist Teil-Lockdown, also zeimlich wenig los auf den Straßen. Restaurants dürfen Außer-Haus verkaufen, das haben wir in Kreuzberg genutzt.

Leckeres Indisches Essen, und wurde ein Tisch draußen auf den Gehweg gestellt (ohne Stühle, Steh-Imbiss ist wohl erlaubt).

 

Immernoch lecker:)

 

“Nepal-Haus”

Wenige Meter weiter ist der Mehringhof. Vor gut zwei Wochen waren wir hier im Theater (LINK), nun ist alles verwaist…

Durchgang zum Mehringhof

 

Niemand ist zu sehen, man kann Fotos machen, ohne das einem jemand ins Bild rennt…

 

Im Oktober tobte hier abends das Leben (und heute ist Samstag)!

 

Nochmal…

Vielen Betreibern von Einrichtungen der Kunst- und Kulturszene, wie Restaurants, Straßen-Imbissen Inhabern steht das Wasser schon bis zum Hals. Ich hoffe nur, dass möglichst wenig auf der Strecke bleiebn, es wäre ein Verlust, ein unwiederbringbarer Verlust für Bezirke wie Berlin-Kreuzberg….

Zum Glück behalten viele ihren Humor! (Gesehen auf dem Mehringdamm)

 

Littfasssäule auf dem Mehringdamm.

 

Auf dem Mehringdamm gab es noch einen kleinen zusätzlichen Snack. Burger City, Mehringdamm 52 (die Pommes sind echt gut hier)

Auf dem Rückweg sind wir kurz zum Potsdamer Platz. Auch hier ziemlich leer, aber nicht so krass, wie im März.

Nicht wirklich viel los…

Es war eine schöne Abwechslung, kurz in der Stadt aufzutippen. Abstände zu wahren war gar kein Problem. Die Atmosphäre war entspannt und freundlich…


15. November ’20 (Sonntag)

[RKI: 16.947 versus 16.107 vor einer Woche am Sonntag]

Ein ruhiger Sonntag ist geplant, gestern waren wir abends kurz in Der Stadt, wie ich zuvor schrieb. Das ist einfach hin und wieder nötig. Egal wie nett es in unserem Ort ist, ich als Berlinerin, die im Ost-Zentrum aufgewachsen ist, brauche einfach hin und wieder dieses quirlige Leben, Menschen die unterwegs sind. Das ist nun alles sehr zurückgefahren, trotzdem haben wir die Gelegenheit, dieses Leben etwas auszukosten, aber alles mit Bedacht und Überlegung.


By suwe

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