“Berufsbildungsreife” versus “erweiterte Berufsbildungsreife”


Prolog:

In diesem Beitrag möchte ich mich mit den zu erreichenden Abschlüssen der Oberschulen hier im Bundesland Brandenburg beschäftigen. Nicht, dass ich besondere Präferenzen in diesem Bereich hätte, nein ich habe eine grobe Ahnung und das hat mir bis vor Kurzem gereicht. Dann allerdings wurden wir mit diesem Thema direkt konfrontiert.

Mein Bericht:

Klärung der Begrifflichkeiten:

Mit dem erfolgreichen bestehen der 9. Klasse wird auf dem Endjahreszeugnis die Berufsbildungsreife bescheinigt. Das kommt wohl ungefähr einem Hauptschulabschluss gleich, ich möchte hier nicht weiter ins Detail zu gehen, da es in diesem Bericht nicht wirklich relevant ist.

Also erstens: Berufsbildungsreife

Zweitens, mit erfolgreichem Bestehen der 10. Klasse wird dann die “Erweiterte Berufsbildungsreife” verliehen. Das klingt nach Konzept und ist klar definiert. Oft tauchen Abkürzungen, wie “BBR” für Berufsbildungsreife und “eBBR” für die erweiterte Berufsbildungsreife auf. Diese erscheinen aber nie im Zusammenhang mit Dokumenten, Zeugnissen, Schriftverkehr mit Ämtern, Ausbildungsfirmen etc., da es ich wohl eingeschlichen hat, dass “eBBR” auch als “Einfache Berufsbildungsreife” benutzt wird, ergo die Verwechslung ist vorprogrammiert. Warum ich darauf eingehe, mein Bericht fußt auf der ausgeschriebenen Variante.

Worum geht es nun?

Mein Sohn und wohl auch andere (eventuell sogar alle?) Mitschüler haben auf ihren Endjahreszeugnissen der 9.(!) Klasse die “Erweiterte Berufsbildungsreife” verleihen bekommen! Ich habe unser Zeugnis vorliegen und andere gesehen, aber keine Recherche treiben können, ob das ein Massenphänomen ist oder nur Einige betrifft. Die betroffenen Schüler sind bestimmt die totalen Überflieger, denn ich kann einfach nicht glauben, dass ein so gravierender Fehler unbemerkt durchläuft. Ich möchte es einfach nicht in die Kategorie “Korrekturlesen ist nicht so wichtig” tun. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber Fehler auf Zeugnissen korrigieren zu lassen ist kein Einzelfall. Da werden versehentlich Namen vertauscht, bekleidete Ämter bleiben unerwähnt, Noten errechnet, die einen vermuten lassen dass nur addiert wurde, aber das nur am Rande.

Unser Sohn, und nicht nur er, könnte sich nun rein theoretisch mit diesem amtlichen, gestempelten und unterschriebenen Dokument um eine Lehrstelle, die den 10. Klasse Abschluss voraussetzt bewerben. Vielleicht fällt es ja im Ausbildungsbetrieb nicht auf, der Abschluss stimmt, warum sollte hier noch nach der Klasse geschaut werden? Die “Erweiterte Berufsbildungreife” ist der “Mittlere Abschluss”.

Mein Fazit:

Fehler können passieren, aber es sind derer zu viele und unnötig dazu auch noch. Doch viel schlimmer ist, was wird den jungen Menschen hier gezeigt? Das es einfach nichts Wert ist. Da steht etwas Falsches auf einem dermaßen wichtigen Dokument, wie kann das passieren? Doch nur, indem es an Gründlichkeit und zusätzlicher Überprüfung mangelt…


Tja, da steht’s…

By suwe

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