Paraíso, Panama und der Weg dorthin (Tag 3)

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Noch ein Versuch mein schwaches Spanisch zu präsentieren:) Deine Ruhe bedeutet viel. (oder mit anderen Worten: "Halt die Klappen, wenn du im Bus bist". Das wünsche ich mir auch manchmal, denn hin und wieder denke ich, dass Fahrgäste die Fahrt mit den Öffis mit der Arbeit in einem Call-Center verwechseln.

Unsere ersten beiden Tage waren dem Akklimatisieren gewidmet. Über Tag Nummer 2, gestern, schreibt Mike, und Tag Nummer 3 wäre dann jetzt. Da wir wirklich Zeit haben, können wir alles in Ruhe angehen. Der Tag begann relativ früh (ich bin immer noch etwas im Jet-Lag, glaube ich). Tagesziel heute: wir kommen irgendwie nach Paraíso. Ist nicht weit von Panama City entfernt, liegt ganz dicht am Canal und wir haben hier unsere zweite Übernachtung im Voraus gebucht und dies auch nur, weil wir heute (was ein besonderer Tag, nämlich ein Geburtstag ist) nicht rumsuchen wollten. Wir haben ein nettes, aber erschwingliches Resort-Hotel via booking.com entdeckt und es für insgesamt vier Nächte festgemacht.

Wir sind mit dem Bus angereist, dem Linienbus (F030). Er fährt gegenüber der Albrook Mall in Panama City ab, also wieder jenem Busbahnhof, den ich schon erwähnte. Hier gestaltete sich das Boarding etwas schwierig. Auch das Auffinden des richtigen Abfahrt-Spot (wie heißt ein Bahnsteig bei Bussen eigentlich?).

Update [19.02.22] “Bucht”, es ist eine Haltebucht. Hier “Bahia”.😉

Mittels Durchfragen fanden wir unseren Spot und reihten uns brav in die dort formierte Warteschlange ein. Der Bus kam, einige stiegen ein, dann entstand am Einstieg verbaler Tumult auf Spanisch. Einige blieben draußen und schimpften, andere stiegen ein, wir realisierten, was der Grund ist. Sie hatten alle eine Maske auf aber statt eines face shield nur eine Schutzbrille. Wir hatten nur Maske, bis dato aber beobachtet, dass ca. 20% der Fahrgäste in den Bussen zusätzlich diesen Shield trugen. Meine Interpretation: sie sind halt besonders umsichtig. Die Korrekte Vorschrift: es ist Pflicht sich in den Bussen so ein Ding vor das Gesicht zu hängen. Hatten wir bis jetzt nicht realisiert. Nun machte der Busfahrer Stress, aber nicht mit uns (Touris), wir waren in der Schlange zu weit hinten, nein mit einer Gruppe von drei Einheimischen, die ihre Super-Schutzbrillen auf der Nase hatten, die wohl sonst immer funktionierten. Der herbeigerufene Beamte, der hier am Busbahnhof wohl irgendwas regeln sollte, interveniert auch nicht. Lange Rede kurzer Sinn, der Bus fuhr irgendwann ab und wir alle ohne face-shield blieben zurück. Ja dieser Shield ist Pflicht:

Hinweis, den hatten wir bis dato einfach übersehen.

Wir besorgten uns kurzerhand je einen face shield, noch was zum Rumschleppen, um dann im nächsten Bus zu realisieren, dass er eher überflüssig war. Zwar versuchte dieser Angestellte bei den ersten Fahrgästen die einstiegen seine Autorität unter Beweis zu stellen, also auch bei uns, so dass wir alle mit face shield einsteigen, das ebbte aber sofort wieder ab und wir waren bei den schon erwähnten ca. 20%, die das Teil trugen.

Ungefähr eine halbe Stunde Busfahrt, dann waren wir am Ziel. Der Bus hält direkt vor dem Zugang zum Hotel. Wir raus und zu einem irritiert guckenden Pförtner, niemand kommt hier mit dem Bus an und wenn es ein Bus ist, dann wohl eher ein Privat-PKW in der Größe eines Busses. Da standen wir, verschwitzt, mit Rucksack und ‘ner Wasserflasche in Gallonen-Größe in der Hand und erklärten, dass wir in diesem Hotel (Golf-Resort) reserviert hätten. Ich glaube wir sahen eher verdächtig aus, denn der Pförtner wollte uns unbedingt mittels Auto von hier abholen lassen, ich war aber echt in der Stimmung die letzten 300 Meter laufen zu wollen. Hm, wieder verdächtig gemacht. Er ließ uns ziehen, aber bestimmt war der Wachschutz schon informiert und beobachtete uns. Nun gut, vielleicht hätten wie doch den motorisierten Transfer in Anspruch nehmen sollen, denn es ging ziemlich steil bergauf, mir wurde auch sofort klar, warum dieses Hotel “Summit Rainforest Golf Resort” heißt. Mike meinte, dass seinen ja fast 90°, die Steigung, wir pusteten ganz schön unterwegs und das Ziel erschien sehr, sehr weit weg. Da ruft auch noch der beste Cousin an, um Glückwünsche loszuwerden. Ich nahm das Call natürlich an und so wurde die Luft in unseren untrainierten Lungen noch knapper.

Wir erreichten das Hotel und die Rezeption und unser Zimmer und fanden die Dusche…alles wurde gut!

Der Abend war nett, sitzen am Pool, Buffett, ein local Bierchen. Die Entscheidung war richtig hier einzuchecken.


Hier noch ein paar Impressionen, die ich am Busbahnhof gesammelt habe.

Busbahnhof
Busbahnhof, nur ein kleiner Eindruck
Alte ausrangierte US Schulbusse! Sind wir noch nicht mit gefahren, kommen aber viel zum Einsatz.
Ich mag die Teile, es sind aber auch moderne Busse im Einsatz.


Rein Covid-mäßig herrscht hier eine absolut vorbildliche Umsetzung der Schutzmaßnahmen. Wie oben schon geschrieben gibt es diese Regel in den Bussen, diese wird wohl etwas vernachlässigt, da auch wir es erst später realisiert haben, das es Pflicht ist so einen face shield zu tragen. Aber sonst jeder trägt hier Maske und zwar auch draußen auf der Straße. Ich sehe niemanden, der das Ding nur als Mundschutz oder Kinnschutz mißbraucht. Nein, sie werden korrekt getragen, bei der Wärme. Das ist schon etwas anstrengend, aber bestimmt auch wirksam. Ich fühle mich ziemlich safe.

Ebenso sehe ich Hinweise, wie folgende:

Ungefähr so: “Keine Gespräche während deiner Fahrt, damit achtest du auf die Gesundheit aller.”
Noch ein Versuch mein schwaches Spanisch zu präsentieren:) Deine Ruhe bedeutet viel. (oder mit anderen Worten: “Halt die Klappe, wenn du im Bus bist”. Das wünsche ich mir auch manchmal, denn manche Fahrgäste haben ein Mitteilungsbedürfnis während der Fahrt mit den Öffis…

Update [19.02.22]! ich habe noch eins entdeckt:

Frei: “Lass das Telefon stecken!”

By SuWe

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