Miami -> Guatemala City und Weiterfahrt nach Antigua (Tag 13)

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Gegen 20°° sind wir am Airport in Guatemala City angekommen. Hier erlebten wir die schnellste Immigration ever und würde bei uns die VeryFly-App funktionieren, dann wären wir noch schneller in der Empfangshalle gewesen.

Kein Foto, selbst der Captain unseres Fliegers wies uns darauf hin, bitte auf keinen Fall ein Foto im Flughafen zu machen, wer weiß, mit welch krassen Strafen dieses Vergehen geahndet werden würde.

Ziemlich unkompliziert fanden wir das Rental Car Center, wir haben uns einen Mietwagen gegönnt. Es erschien uns zielführender, als uns ohne Spanischkenntnisse in einem komplett unbekannten Land nur auf Busse zu verlassen.

Mietwagen bekommen, das Offline-Navi gestartet, wir haben noch keine SIM-Karten und los. Es erschlug uns etwas. Wir sind die CA-1 Richtung Antigua gefahren, ganz ehrlich, das vorherrschende Bild, das mir auch im Kopf blieb, sind Leuchtreklamen, überall. Es geht hauptsächlich um amerikanisches Fastfood. Selbst in den USA, habe ich nie diese Dichte wahrgenommen.

Wir verließen die bunte, mit Leuchtreklamen bestückte Stadt, es wurde etwas entspannter und auch etwas dunkler. Unser offline-Navi wies uns plötzlich eine Straße aus, die wir nehmen sollten und uns von der Hauptverkehrsstraße wegbrachte. Also, ab nach rechts.Es erschien schon etwas merkwürdig, da diese Straße zwar noch irgendeine Nummer auf den digitalen Karten aufwies, aber im spitzen Winkel zur CA-1 verlief. Trotzdem, MiWe, der eher mit einer offensiven Fahrweise unterwegs ist, lies sich nicht abschrecken. Vollbremsung und im spitzen Winkel nach rechts abgebogen. Nur Sekunden später realisierten wir, dass wir entgegen in eine Einbahnstraße eingebogen waren. Das Navi beharrte auf die Richtigkeit unserer Route, as also tun? Weiterfahren! Die Verkehrsregeln in Guatemala sind schon so formuliert, dass dies nicht nun bedingt der üblichen Fahrweise entspricht, aber uns entgegenkommende Autos, bzw. deren Fahrer waren echt entspannt. Leider änderte sich unsere Route nicht. Ich hätte erwartet, dass das Navi irgendwann den Fehler korrigiert…nichts. Wir fuhren also durch mehrere kleine Straßen, immer entgegen der Fahrtrichtung und hatten wegen der Enge auch nicht wirklich eine Chance zu wenden. Dazu vermutete ich, dass ein Wendung des Wages bedeutet hätte, dass und unser Navi im Stich lassen würde. Es gab keine Alternativ-Route. Wir waren nun genau dort, wovon wir gelesen hatten, dass wir es vermeiden sollten. Eine ziemlich dunkle Gegend, mit Häusern, die eher von der ärmeren Bevölkerung bewohnt wurden. Es gibt einiges zu lesen, von Kriminalität in diesen Gegenden und wir outeten uns bestimmt sofort als Gringos. Irgendwann fuhren wir auch wieder mit dem Strom, also nicht mehr entgegen der Einbahnstraße und es hieß, einfach nur durch hier und nicht unser Ziel aus den Augen verlieren. Die Straßen waren alle hundert Meter mit Huckeln zur Verkehrsberuhigung ausgestattet. Diese Bumps sind der maßen hoch, dass man sie verkehrstechnisch so behandeln muss, als wenn es ein Stoppschild sei. Also nichts mit runterbremsen und sanft darüberfahren. Nein! Komplett stehenbleiben und langsam beschleunigen. Andernfalls besteht die Möglichkeit eines unangenehmen Geräusches des Aufsetzenes von Unterboden auf Beton. Eine Steigerung wäre eine teilweise Entfernung der Ölwanne (oder was auch immer alles im Gefahrenbereich angebracht ist) oder alternativ ein Achsbruch. Diese Bumps heißen hier “Tumulus” (mein Wörterbuch hat mir verraten, dass ein Tumulus ein Grabhügel ist, das passt). Wir sind von Tumulus zu Tumulus geschaukelt, das Ganze in einer immer dunkler und einsamer werdenden Gegend…

Rechts der rote Pfeil, zeigt die Stelle, an der wir unbedingt abbiegen sollten (und es auch taten). Der linke Pfeil ist dort, wo wir endlich wieder auf unsere Straße zurückfanden.

Unser heutiges Ziel war Antigua. Hier hatten wir über booking.com ein Zimmer für eine Nacht gebucht. Wir errichten Antigua, es war dunkel und wir versuchten uns zu orientieren. Alle Straßen schienen den gleichen Namen zu haben “Poniente”, wir verstanden irgendwann die Systematik, fanden aber unser Hotel nicht. Die Wegbeschreibung der Buchunsplattform, war selbst, als wir ein Wi-Fi fanden nicht ausreichend, um uns dahin zu führen. Nach langem Umherirren, waren wir wieder in einer Straße, vor einem Haus, vor welchem wir zu Beginn schon standen. Nichts stand dranne. Ein Nachbar gab uns zu verstehen, dass wir klopfen sollten und wirklich, das war unsere Unterkunft. Statt Hotel, hatten wir “Casa Irgendwas” gebucht und diese Privatunterkünfte sind wohl nicht unbedingt ersichtlich beschildert. Wir befinden uns eben im Lernmodus, wir sind eben in einer Ecke unterwegs, die uns sehr fremd ist.

Unterkunft mit Familienanschluss! Das wollten wir gar nicht! Unsere erste Nacht hier wollten wir nur umfallen dürfen. Erst gab es ein Führung durchs Haus, dann wurde alles genau erklärt, auch wo wir unser gekauften Lebensmittel deponieren könnten (wir hatten genau eine Nacht gebucht). Unser Zimmer hatte ein Bett, ausreichend für zwei, wenn sich keiner der Beiden drehen möchte (wir aren uns sicher, dass wir was anderes gebucht hatten). Egal, wir wollten nur schlafen. Das ging auch, bis morgens gegen halb sechs in der Küche geklappert wurde. Die Häuser hier sind so gebaut, dass das Dach als Wellblech einfach komplett auf die fertigen Mauern gezimmert wird, also eigentlich eine direkte Verbindung, zumindest akustisch, zum Nachbarzimmer besteht.

Noch ein paar Eindrücke…

Am Vormittag schauten wir uns etwas in Antigua um, ließen uns ohne Plan treiben und auch hier fanden wir überall Fast-Food bekannter Amerikanischer Anbieter. Was allerdings cool ist, diese Läden haben sich in die Häuser so integriert, dass sie gar nicht so sehr auffallen.

Wir deckten uns mit den notwendigen Lebensmitteln ein, einfach, weil wir nicht wussten, wie es an unserem nächsten Ziel aussieht. Irgendwelche Dauergebäckwaren, unbedingt Bier und eine Gallone Wasser.

Und schon befanden wir uns auf dem Weg gen Westen. Tagesziel Panajachel am Lago Atitlan.


By SuWe

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