Tikal (Tag 23 und 24)

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Gestern nachmittag haben wir Tikal erreicht. Ein kleines Dorf, dann ein paar Kilometer nichts,dann sahen wir einen Schlagbaum, der die Weiterfahrt verhinderte. Bis dahin war uns nicht klar, ob unser Hotel innerhalb des Nationalparks lag oder außerhalb, ich habe dazu nichts recherchieren können. Nun aber war es geklärt, der Nationalpark, oder besser die Einfahrt zu diesem liegt 17 Kilometer vom Einlass in die Archäologische Stätte entfernt. Unser Hotel sollte aber in unmittelbarer Umgebung dieses Einlasses liegen. Um unsere Unterkunft zu erreichen, musste wir also Tickets lösen. Es gab zum Glück einen Guide, der gerade hier war und Zeit hatte, er konnte es uns auf Englisch erklären. Wir lösen die Tickets hier und können diese dann am nächsten Tag entwerten lassen, um zu den Tempeln zu kommen. Die Ticketverkaufsstellen, genau wie die Möglichkeit, den Schlagbaum zu passieren waren bis Punkt 18°° geöffnet. Diese Info bekamen wir erst hier und hatten Glück. dass wir nicht erst nach sechs ankamen. Unsere Nachfrage ergab, dass es keine Möglichkeit gäbe, später zum Hotel zu kommen.
Glück gehabt! Das gebuchte Hotel versorgte uns im Voraus leider nicht mit mit dieser wichtigen Information, von diesem erfuhr ich nur, dass die Tickets einzig und allein bei der Banrual-Bank zu erwerben seien.
Wir waren rechtzeitig vor Ort, kauften die Tickets, die wir am folgenden Tag nutzen wollten und der Schlagbaum wurde für uns geöffnet. Bevor wir diesen passieren durften, schrieb einer der dort im Schlagbaumbereich beschäftigten Menschen unser Kennzeichen und die momentane Uhrzeit auf einen kleinen Zettel und übergab uns diesen mit dem Wort “Speed control”. Noch als Bemerkung, am Schlagbaum waren mindestens 4 Leute beschäftigt, jeder hatte hier seine Aufgabe. Eben Zettelchen ausfüllen oder Schlagbaum manuell öffnen, einer durfte schauen, ob wir wirklich ein Ticket pro Person erworben hatten und einer war übrig, dieser beaufsichtigte vielleicht die Arbeit der anderen.
Wir erreichten fast unser Hotel, kurz davor befand sich ein erneuter Streckenposten, hier mit zwei Personen besetzt. Wir mussten unseren Speed control Zettel aushändigen und es wurde die Ankunftszeit vermerkt (aus dieser ergab sich, dass wir mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60km/h gefahren sind. Erlaubt waren 40, nichts passierte, der Sinn dieser Zettelchen scheint nicht bis zum Ende durchdacht zu worden sein. Wir fanden das Hotel, “Jaguar Inn” und konnten ein-checken. Hier ist absolut nichts los, es waren wohl 3 Bungalows belegt. Das Hotel, Landeskategorie 3 Sterne ist definitiv die schlechteste Unterkunft, die wir bis dato bezogen haben. Sehr runtergekommen, total schade. Auch Equipment aus den 80er kann einen gewissen positiven Charme verbreiten, aber wenn der Miefquirl an der Decke eine dermaßen dicke Staubschicht aufweist, die Vorhänge aussehen, als wenn sie seit Jahren nicht gewaschen wurden und vieles mehr, dann ist es das Geld nicht Wert. Einfach schade, wir hatten keine Alternative, sondern mussten hier bleiben. Aber dieses Hotel, an diesem Platz, was könnte man hieraus machen?
Wir sind hier Off-grid, d.h. die Stromversorgung wird mit batteriegespeichetem Strom, der den Tag über erzeugt wird, realisiert. Das ist gar kein Problem, es gibt Stromabschaltung über Nacht, auch problemlos, das Internet wird wohl über Satellit realisiert und ist so dünne und sporadisch, dass es nicht wirklich als free Wi-Fi angeboten werden sollte. Naja, im Wlan bin ich ja und was dahinter kommt, eben der Zugang zum Internet, der funktioniert nicht, vielleicht sollte ich meine Interpretation von free Wi-Fi korrigieren? Das angegliederte Restaurant macht einen ausladenden Eindruck, da möchte man einfach nicht rein und uns wurde auch sofort beim Check-in aufgezählt, was von der Speisekarte nicht verfügbar sein, nämlich alles, was irgendwie frisch klang oder entsprechende frische Komponenten enthielt (wir haben uns Brot und andere Grundnahrungsmittel mitgebracht). Mittags wurde für genau einen Gast ein Essen serviert (wir waren gerade im Zimmer, da wir eine temperaturbedingte Pause von unserer Besichtigungen machten und nahmen war, dass ein Gast erschien), das Geschirr steht 3 Stunden später immer noch unabgeräumt da. Total ärgerlich, dass diese Location so dermaßen runtergekommen ist.
Das nur vorneweg, falls jemand Tikal plant, vielleicht nochmal über die Unterkunft nachdenken.
Aber jetzt zu dem eigentlichen Grund, warum wir hier sind. Tempel!
Punkt 6°° in der Früh passierten wir den Eingang. Die Temperaturen waren noch erträglich und wir wanderten los. Nach einer guten halben Stunde hatten wir unser erstes Ziel erreicht. Tempel IV, mit 71 Metern, der Größte hier. Eine echt tolle Aussicht bot sich, als wir hinaufgestiegen waren.
Ich poste hier einfach einige Fotos, ohne großartig zu kommentieren. So richtig viel Wissen habe ich nicht über die Maya, deshalb sind weitere Infos auf anderen Seiten bestimmt viel effektiver abrufbar. Ich bin nur immer wieder erstaunt, wieviel Arbeitskraft und wieviel Wissen für religiöse Bauwerke aufgebraucht wurden. Hier spricht die Atheistin, ich kann es einfach nicht verstehen, warum man sein Leben der Religion zuschreiben kann. Ich stehe dann immer geflasht da und überlege, was man hätte erreichen können… Aber das ist jetzt nicht der Grund für diesen Beitrag, ich möchte ein paar Fotos posten:

Es geht los.
Schlagbaum am Einlass.
Blick vom Tempel IV auf Tempel III, II, I
Blick zum Tempel IV.
Dimensionen.
Gran Plaza
Nochmal diese Ansicht, aber hier geht es mehr um die Tilandsien.
Immer noch Gran Plaza.
Panoramaaufnahme
Barrierefrei? 😉

Gegen 11°° waren wir zurück im Hotel. Wir gönnten uns nach einem 8 Kilometer Marsch eine Pause und wollten um 16°° eine weitere kleinere Runde drehen, da dann die Temperatur wieder erträglicher ist. Uns wurde gesagt, dass bis 18°° geöffnet sei, darauf verließen wir uns. Es waren auch nicht wirklich viele Informationen verfügbar, also alles mündlich. Wir erschienen am Einlass und zeigten unsere Bändchen vor, sofort kam die Info, das wir bis 17°° zurück sein müssten. Unser Nachfragen ergab, mit 18°° war der Schlagbaum in 17 Kilometer Entfernung gemeint. Wir konnten es nicht glauben, mussten es aber und machten uns auf den Weg unseren geplanten Loop abzulaufen. Letztendlich sagten wir uns, was soll schon passieren, raus kommen wir immer und wenn wir unterwegs aufgegabelt werden, dann ist das eben so. Eine halbe Stunde später erreichten wir Tempel VI, hier war kein Angestellter postiert, wie an anderen Tempeln. Wir liefen nach einiger Zeit weiter, zum Palacio de las Acanaladuras, das ist wohl die Unterkunft der Erbauer, Arbeiter wie auch immer gewesen. Auch hier hatten wir Zeit und spazierten dann irgendwann gen Ausgang. Gut, dass wir uns bei dieser unklaren Informationsverbreitung nicht davon abbringen ließen den Park erneut zu betreten. Wir haben unsere geplanten Touren gemacht, viel gesehen und können es auf jeden Fall weiterempfehlen.
Die Übernachtungsproblematik ist vorhanden, wer in Flores übernachtet, kommt wohl mit dem ersten Bus erst gegen 8°° an (das sagte uns ein Pärchen, welches wir im Park trafen). Muss man abwägen. Vielleicht gibt es auch noch eine Möglichkeit, habe ich nicht weiter recherchiert.

Update (09.03.2022): Im folgenden Post bin ich doch erneut darauf eingegangen, da ich neue Infos erhielt. LINK

Ein paar Fotos von unserem zweiten Loop, den wir heute liefen:

Tempel 6
Palacio de la Acanaladuras
Lianengedöns

Zurück im Hotel nahmen wir wieder diese fast gespenstische Einsamkeit war, da war nirgends ein Plätzchen, wo man sich gerne hingesetzt hätte, um vielleicht mit anderen Reisenden ins Gespräch zu kommen. Wenn’s dunkel wird, ist da der Tag vorbei…


By SuWe

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