Livingston, Guatemala (Tag 30)

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In einer guten Stunde schafft ein Lancha (Überbegriff für barkassenähnliche Boote, oder wie auch immer) es von der Puente Rio Dulce nach Livingston. Das aber nur, wenn vernünftig Gas gegeben wird. Für die Hintour brauchten wir allerdings 2,5 Stunden. Das war der Sache geschuldet, dass die Hinfahrt unserer Tour ausreichend Sightseeing beinhaltete. Natur geguckt, Tiere gesehen, irgendein Domizil eines Ministers. Wir schlängelten uns durch den Kanal, der an den Lago de Izabal anschließt und nach Livingston führt. Fast vergessen hätte ich die heiße Quelle, nach vielleicht zwei Drittel der Strecke. Es riecht nach Schwefel, das Wasser ist so heiß, als wenn man das Badewasser zu hieß eingelassen hätte. Nein, wir waren nicht drinne, ich habe nur die Zehenspitzen reingehalten. Aqua Caliente, am Ufer des Lago de Izabel, leider habe ich vergessen, den PlusCode aufzurufen, um die Stelle zeigen zu können.

Wir erreichten Livingston, die Tour dahin war ziemlich toll, wirklich viel gesehen…und man, haben die hier Natur! In Livingston hatten wir ca. 3 Stunden Aufenthalt, ehe uns das Bötchen wieder zurückbringen würde.

Spannend ist erst mal, Livingston liegt am Karibischen Meer. Die meisten Einwohner gehören den Garifuna an, eine afrokaribische Bevölkerungsgruppe. Sehr dunkelhäutig (das darf ich bestimmt nicht so beschreiben, ohne, dass ich gleich als rassistisch abgestempelt werde, mache es aber trotzdem ohne Rassist zu sein!). Was ich gelesen habe, ist, dass der Einschlag entsprechend zu sehen ist, viel Farbe, bunte Häuser. Entsprechende Lebensweise, die an karibische Inseln erinnert. Was wir erlebt haben, sah eher nach Hoffnungslosigkeit, Armut und Trostlosigkeit aus. Kein gutes Gefühl hier. Die Strände, an denen wir entlanglaufen wollten waren verdreckt, die kleinen Straßen machten keinen einladenden Eindruck, dass ich hier entlanglaufen möchte. Wirklich nicht schön. Die Tour hierher ist toll, hier sein möchte man aber keine drei Stunden. Wir wissen nicht, womit es zusammenhängt, vielleicht mit der Corona-Krise. Da waren kleine Kneipen in Strandnähe, aber alle waren geschlossen.

Castillo de San Felipe de Lara, noch in der Nähe von Rio Dulce
Einfach nur grün, die werden der Zellteilung hier nicht mehr Herr…
Vögel gibt es auch ausreichend…
Bitte ganz genau hingucken, hier wird die neue Anrichte für’s Wohnzimmer transportiert!

Nach Livingston führt keine Straße, man kommt nur mit dem Boot nach Livingston. Also ist der einzige Weg, die oben auf dem Foto gezeigte Anrichte für’s Wohnzimmer dorthinzubringen über Wasser. Es gibt nur drei Wege, um nach Livingston zu kommen und alle drei sind mit dem Boot. Entweder von Rio Dulce, oder von Puerto Barrios oder aus Belize…

Pelicans
Vor dem Livingstoner Hafen liegen einige gestrandete ausrangierte Boote herum, die Pelikane lieben es.

Geschlossen.
nichts…
Absolut nichts los!

Diesen Ausblick fanden wir in einem kleinen Hotel. Da es nirgends die Möglichkeit gab ein Bierchen mit Aussicht zu trinken, sind wir einfach in dieses Hotel gegangen. Wir konnten auf der Terrasse sitzen ein “Gallo” trinken und die Aussicht genießen. Dieses Hotel scheint aber auch nicht wirklich Gäste zur Zeit zu haben🤷🏻‍♀️

Auf der Rücktour verwandelte sich das Bötchen in ein Speedboot. Ich bin immer wieder beeindruckt, was die Werkstoffwissenschaft so hinkriegt, eigentlich hätte der Kahn, so wie er bei der erreichten Geschwindigkeit über die Wasseroberfläche hüpfte, zerbrechen müssen. Nichts, alles blieb ganz. Auf der Hertour wurden wir gefragt, ob wir Schwimmwesten anlegen wollten. Wir lehnten alle dankend ab. Beim Ablegen in Livingston wurden wir von einem uniformierten militärisch aussehenden Beamten darauf hingewiesen diese neonfarbenen Teile anzulegen. Mit uns waren auch Einheimische an Bord. Ein riesiger Müllsack beherbergte die Schwimmwesten. Der in der ersten Reihe sitzende Passagier hatte damit den Hauptgewinn und durfte diesen Sack öffnen und die orangenen Dinger verteilen. Wir alle, die wir nun so ein Teil in den Händen hielten warteten und starrten zu dem Uniformierten. Würde er sich endlich wegdrehen? No chance, also steckten wir die Köpfe durch diese Schwimmkörper und lächelten in seine Richtung, muss surreal ausgesehen haben, und ganz ehrlich, er weiß doch, dass seine Autorität keine 100 Meter weit reicht. Das Boot legte ab, der Hinweis, bitte noch einen Moment zu warten kam vom Skipper, aber keine Sekunde später hatten wir uns der Dinger entledigt und besagter Passagier durfte sie wieder verpacken…

Zusammenfassend: Die Tour ist super, die Stadt nicht unbedingt (Momentaufnahme).


By SuWe

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