Es geht zurück nach Guatemala City (Tag 49)

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Um 7°° heute früh ließen wir uns vom PickUp nach Lanqúin mitnehmen. Nachts gab es einen Regenguss, wie ich es noch nie vorher erlebt hatte, entsprechend war es heute früh neblig. Der Nebel hing zwischen den Bergen, ein atemberaubender Anblick.

Dieses Foto habe ich noch vor unserer Abfahrt gemacht, es kann nur grob zeigen, wie toll es aussah…

Die 10 Kilometer vom Hostel runter nach Lanqúin dauerten eine gute halbe Stunde. Leider ist fotografieren so gut wie unmöglich, da man pro Person mindestens zwei Hände, manchmal wünschte ich mir einige mehr, benötigt, um sich festzuhalten. Ich schrieb schon über unsere erste Fahrt auf der Ladefläche eines PickUp. Die Straßen sind echt der Knaller und ein 4×4 Drive ist absolut obligatorisch. Ich wünschte ich hätte geistesgegenwärtig die GoPro mittels Magnet auf dem Fahrerhausdach festgeklebt, zu spät! Nun gilt es sich festzuhalten und nicht in der Tasche nach einer Kamera zu kramen. Eine halbe Stunde später, on Lanqúin angekommen, realisierten wir, dass der PickUp nicht zur bekannten Stelle fuhr, wo wir einige Tage zuvor angekommen waren. Das hatten wir eigentlich erwartet. Irgendwie gab es ein Verständigungsproblem. Wir haben den Transport bis Cobán im Hostel gelöhnt und nicht realisiert, dass wir uns damit in einen Shuttle-Transport gebucht hatten.
Zum Verständnis, man kann mit sog. Chicken-Busses durchs Land fahren, ich schrieb schon darüber, diese haben nicht wirklich einen Fahrplan, zumindest nicht Veröffentlichtes, als Einheimischer weiß man aber wohl genau Bescheid. Dann gibt es die offiziellen Busgesellschaften, wie z.B. die Monja Blanca, mit welcher wir von Guatemala City nach Cobán gefahren sind. Busgesellschaften, mit richtigen Fahrplänen und sogar Websites (zumindest bei der M.B. habe ich eine gefunden, andere haben wir noch nicht ausprobiert).
Für die Touristen und ich glaube wirklich nur für diese werden sog. Shuttles angeboten, diese sind teurer, als die zuvor genannten Transportmöglichkeiten und fahren meist als Kleinbusse umher. Für uns war das bis dato nicht interessant, wir wollten sowieso die einheimische Art der Reisens ausprobieren.
Wir wurden also in einen Shuttle-Bus verfrachtet und dieser wartete nun auf andere Touristen. Mit dem Chicken-Bus wären wir bestimmt schon weg gewesen, aber diese fuhren an einem anderen Ende der Stadt. Ein Pick-Up kam an und entlud weitere Reisende, von diesen enterten einige unser Shuttle, es konnte also doch bald losgehen. Zwischenzeitlich arbeiten wir heraus, dass dieses Shuttle, welches nach Flores fuhr uns in Cobán raussetzen wird, aber nich am Monja Blanca Terminal, sondern eben irgendwo… Hm, das war nicht unbedingt, das was uns vorschwebte, aber nun nicht mehr zu ändern. Wir mussten uns also noch ein Taxi vor Ort suchen. Das Shuttle setzte sich in Bewegung, wir waren 13 Personen an Bord uns es ging auf eine Höhe von 1300 Meter, diese Höhe hatten wir auch auf unserer Hertour zu bewältigen, nur eben in die andere Richtung. Vergleich, ein stark geschundener und uralter Chicken-Bus mit echt Bumms unter der Haube und einem sehr kraftvoll eingestzten Gasfuß versus (wahrscheinlich) gepflegteren Shuttle-Bus, der ein Hamsterlaufrad unter der Motorhaube zu haben schien. Wir hatten das Gefühl, das wir gleich rückwärts rollen würden. Ganz langsam schlängelte sich das Shuttle den Berg hinauf. Hm, das wird nicht die favorisieret Art der Fortbewegung für uns. Nach keiner halben Stunde fährt dieses Shuttle auf ein Grundstück und der Fahrer steigt aus und läd zum Klogang ein…nach EINER HALBEN Stunde. Niemand bewegte sich, ratlose Gesichter. Dann Weiterfahrt, zumindest näherten wir uns dem Ziel, als 2,6 Kilometer von diesem (dem Busterminal) wieder die Straße verlassen wird. Ein Grundstück und ein Herr erscheint, läd uns ein bei ihm zu speisen, natürlich gibt es auch Klos und die Pause ist erst mal mit 20 Minuten geplant. Es ist fast halb 11 und wir haben nun überhaupt gar keine Lust darauf zu warten, bis alle ausreichend Nahrungsmittel konsumiert haben, ehe es weitergehen kann. Zum Glück wollen gerade drei junge Einheimische mit ihrem Auto in unsere favorisierte Richtung. Kurzerhand werden wir auf Nachfrage zu diesen mit in den Privat-PKW gesetzt…und los. Ich mag dieses pragmatische Denken. Ruckzuck waren wir am Busterminal und kein 15 Minuten später fährt der Bus nach Guatemala City ab.

Busterminal dr Monja Blanca in Cobán.


Nun sitze ich gerade im Monja Blanca Bus, ohne A/C, ein paar Fenster können geöffnet werden, total angenehmes Klima. Der Fahrer hat einen echt guatemaltekischen Fahrstil drauf, oh man heizen die durch die Straßen!

Kann es sein, dass der Fahrer versehentlich die Mph mit den Kph verwechselt? 😉
92 km/h, statt 70…

Diese Buse hier sind übrigens ausrangierte Greyhound-Busse aus den USA, sogar die Sitzpolster noch in blau mit hellblauen Windhunden drauf sind noch da:)

Ganz eindeutig, dass sind die originalen Polster…

Es geht zurück in die Hauptstadt…

Unterwegs wieder die Pause in San Augustin Acasaguastlan, genau wie auf unserer Hintour.

Wir erreichen Guatemala Stadt, finden den TransUrbano-Bus ganz schnell wieder, steigen später in den MetroBus um und checken in unserem bekannten Hotel, nahe am Airport für zwei weitere Nächte ein.


Ich schließe damit diese Reiseberichterstattung. Für mich ist am 51. Tag der geplanten 70 Tage Schluss. Abschließend, meine Grobeinschätzung. Ein Trip nach Mittelamerika bereichert in jedem Fall, es gibt viel zu sehen und noch mehr zu lernen. Ich habe kaum einen Menschen getroffen, der nicht freundlich war (außer in den Touri-Hochburgen). Man muss aber bereit sein, sich auf alles einzulassen. Ich denke nicht, dass es mich ein zweites Mal reizen würde hierher zu reisen. Es war eine nicht zu missen wollende Erfahrung, aber die Länder die ich besucht habe und auch hier haben wir nur “an der Oberfläche gekratzt”, sind nicht wirklich das, wo ich mich wohlfühle. Ein wichtiger Punkt für mich, sind natürlich die fehlenden, bzw. nur ganz rudimentär vorhandenen Sprachkenntnisse. Reisen ohne eine der gesprochenen Sprachen zu beherrschen geht für mich einfach nicht. Das ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich in keinem der Länder etwas wie Wohlfühlen erlebte. Desweiteren sehe ich es problematisch, in einem Land unterwegs zu sein, in welchem man sofort als wohlhabend identifiziert wird, das ist eher nicht mein Fall.

Hier beende ich meinen Aufenthalt. [SuWe]


By SuWe

Seit 2012 gibt es dieses Blog, erst als Reiseblog, nun sind andere Themen dazugekommen. Alles, was ich hier publiziere entspricht einzig und allein meiner Meinung. Kommentare sind erwünscht. Diese erscheinen zeitverzögert, da sie durch den Admin (myself) genehmigt werden müssen. Gefiltert wird nur Spam! [suwe]

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