Monterrico an der Pazifikküste (Tag 38 bis 40)

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Im Hotel in Monterrico angekommen, versuchten wir erst einmal etwas zu akklimatisieren. Ich hatte hier, direkt an der Pazifikküste nicht diese Hitze erwartet. Klar sagte mir die Wetter-App schon vor Ankunft, dass hier tagsüber mehr als 30°C und nachts nicht weniger als 25°C zu erwarten waren. Nun hatte ich bei einer Küstenlage aber wohl mit verträglicheren Temperaturen gerechnet. Ich, die sonst immer eher Hitze, als Kälte sucht. Unser Zimmerchen, ich muss erwähnen, dass das Hotel “El Delfin” kein großer Kasten ist, der am Strand steht, die Gegend verschandelt und voll klimatisiert mit Pool und Rundum-Paket wirbt. Das “El Delfin” macht eher den Eindruck eines Hostel. Mehrbett-Schlafräume mit Gruppen-Klo und Gruppen-Dusche, ein paar Zweibettzimmer mit erwähnten sanitären Einrichtungen, aber auch einige wenige Zimmer mit eigenen Bad. Wir hatten letzteres gebucht und ließen uns etwas ermattet auf die Betten fallen. An der Decke quirlte ein Ventilator und sorgte für etwas Luftbewegung. Die Zimmer sind so gebaut, dass die Wände oben ein aus Palmenwedelgedöns geflochtenes Dach tragen. Wir haben Reet-Dächer an den Küsten von Ost- und Nordsee, hier werden in einigen Gegenden auch noch natürliche Materialen zum Dachdecken verwendet. Das sieht schon cool aus, leider habe vergessen entsprechende Fotos zu machen. Die Zimmer sind nicht gegen Lärm abgeschützt, alles ist irgendwie offen, Luft zieht hindurch (was echt gut ist), aber man hört alles. Da lagen wir und versuchten unsere Körper an das Klima zu gewöhnen. Nach ein, zwei Stunden hatten wir entschieden, das wird nichts, wir brauchen eine A/C! Zimmertausch. Das neue Zimmer wat ähnlich aufgebaut aber etwas dichter, es gab keine riesigen Lücken, trotzdem kann man von Lärmdämmung überhaupt nicht reden. Wir hatten kein 15 Meter eine kleine Straße und jedes Moped, welches dort vorbeiknatterte hörte sich an, als wenn es einen direkten Umweg an meinem Bett vorbei nimmt. Das nur als Beschreibung, das hier soll keine Bewertung einer hotelverwöhnten Reisenden sein. Also, zusammenfassend: wir waren in Monterrico, es war heiß, im Zimmer herrschte der gleiche Lautstärkepegel, wir auf der Straße. Nachdem wir etwas zu uns gekommen waren liefen wir durch das Hotel runter zum Strand. Wirklich! Der Sand ist schwarz, Vulkan eben, das ist schon beeindruckend. Auf Big Island, Hawai’i, haben wir in Kehena Beach (LINK) schon mal soetwas beeindruckendes gesehen. Nun standen wir hier. Das Rauschen der Wellen, wenig Menschen, kleine Gebäude ziehen an der Küste entlang, kein großes Hotel, eigentlich ist es schon etwas paradiesisch.

Irgendwie bin ich mit diesem Städtchen nicht warm geworden. Es war auch irgendwie eine komische Stimmung die hier herrschte. Am Dienstag erreichten wir Monterrico und schauten ein bisschen herum, waren damit beschäftigt die Körper auf Dauerhitze umzustellen und verbrachten viel Zeit damit am Strand, bzw. dem zum Hotel gehörenden Restaurant zu sitzen und einfach nur den Ozean zu genießen. Wir waren fast alleine im El Delfin. Da waren einfach keine Gäste. Gelesen hatte ich etwas von Geheimtip unter den Rucksacktouristen. Das erlebten wir so nicht, ein(!) anderer Gast reiste wohl alleine entsprach aber nicht dem Rucksacktouristen-Typ, am nächsten Tag tauchten zwei Belgier auf, die mit Fahrräder unterwegs waren…

Also, wir waren nun hier und es war total tote Hose, nicht dass wir Party suchen, aber das hier wirkte surreal. Wir nahmen es so hin, genossen ein Bierchen am Strand und dachten nicht weiter drüber nach.

Pelikane
Sonnenuntergang
Am nächsten Morgen, Sonnenaufgang

Wir kamen an einem Dienstag hier an und eine unser ersten Aktionen war, dass wir unser Zimmer “with fan” in ein Zimmer “with A/C” tauschten. Das ging nur für zwei Nächte wurde uns gesagt. Ein komplett leeres Hotel soll ab Donnerstag ausgebucht sein? Das verstanden wir nicht wirklich, war aber auch gar nicht so wichtig, Hauptsache erst mal die kommenden Nächte gesichert.

Nun war Mittwoch, die Straßen dieser kleinen Stadt waren ruhig, da viele der Geschäfte geschlossen waren, wenig Menschen unterwegs und unser Hotel war leer. Hier sollte ab morgen alles ausgebucht sein? Wir verbrachten einen ruhigen Tag, liefen etwas herum, waren damit beschäftig während wir am Strand saßen die Hunde abzewehren, die immer wieder vorbeikamen, aber sonst alles unverändert. Es wurde abends, selbst im Restaurant war kein Angestellter mehr zu sehen. Also holten wir ein Bier aus unserem Gepäck, ein bisschen warm, aber auch o.k. Was ein Ausstattungsmerkmal dieser kleinen Hotels zu sein scheint, ist dass immer Musik laufen muss, teilweise sehr laut. Wir hatten unsere Musik, die “El-Delfin-Playlist” diese verhinderte, den vollen Genuss des Meeresrauschens, da auch kein Angestellter zu finden war, konnten wir nicht darum bitten, die Lautstärke zu drosseln. Richtig merkwürdig wurde es aber, als die Musik im Nachbarhotel, auch mit Strand-Restaurant an ging. Nun waren wir doppelt beschallt. Nach einer Weile ging MiWe gucken. Absolute Leere! Kein Gast, kein Angestellter, aber Musik… Ich hatte schon Kopfkino, ob hier gleich “The Walking Dead Szenen” zu sehen sein werden. Nichts passierte. Wir waren alleine, mit ganz viel Musik. Irgendwann entschlossen wir uns doch schlafen zu gehen. Das ging soweit, bis gegen 1°° nachts. Ich wurde wach und hörte Musik, nicht von unserer Strandbar, nein irgendwie von seitlich. MiWe war auch irgendwann wach und um 2:30Uhr entschlossen wir uns, der Sache auf den Grund zu gehen. Niemand war zu sehen, wir folgten dem Krawall und fanden in einer Seitenstraße eine Kneipe. Vielleicht fünf Einwohner gaben sich hier die Kante mit Gallo-Bier (guatemaltekische Biermarke). Die waren echt gut drauf und es war ihnen schnuppe, wie laut ihre Musik durch den Ort schallte.

Schlafen unmöglich, wohlgemerkt in einem Ort ohne Gäste, der eher den Eindruck von verlassen machte. Es war gegen 3°° Uhr und wir beschlossen uns an den strand zu setzen, da um 5°° sowieso ein Tour ins Biotop geplant war.

Ziemlich müde starteten wir zu dieser Kanu-Tour. Es handelte sich nur um einen 1,5 Stunden-Trip, ins Monterico-Hawaii Biotop. Hier erhält man wirklich nur einen minimalen Eindruck, aber immerhin.

Mangroven
Mangroven nochmal, dichter
Mit Reiher…
Noch ein Reiher…

Es gibt wirklich viel zu sehen, und schön, dass es diese fast unberührten Flecke noch gibt. Wir fuhren zurück und sahen ein rappelvolle Fähre, die Richtung Hafen fuhr…

Das waren keine Rouris, das waren Einheimische. Wir glauben, dass diese hier in Monterrico arbeiten, also ein Pendler-Fähre sozusagen. Unklar war uns, warum soviele anreisten, aber das sollte sich klären. Es ist Donnerstag, heute müssen wir unser Zimmer verlassen und kriegen dieses wenn wir wollen erst am Sonntag wieder. Wir erreichten Montericco und liefen zurück zum Hotel. Irgendwie war mehr los, Geschäfte öffneten, mehr Autos waren zu sehen, uns schwahnte was. Wir setzten und wieder an die Strand ins Hotel, erst mal mit Kaffee die Müdigkeit bekämpfen und so nach und nach füllte sich das Hotel. Es waren keine Rucksack-Rouristen, nein ausschließlich Einheimische. Heute startet hier die Party! Monterrico scheint mit gut 2-Stunden-Autofahrt für viele aus der Hauptstadt der Ort für Party an einem verlängerten Wochenende zu sein. Es war wie ein Erwachen, alle Geschäfte öffneten so nach und nach, die Bürgersteige wurden gefegt und die Tische um uns rum füllten sich. Wir entschieden uns einfach diesen Ort zu verlassen. Die Vermutung lag nahe, dass wir die nächsten beiden Nächte keine Chance hätten irgendwie an Schlaf zu kommen…


By SuWe

Seit 2012 gibt es dieses Blog, erst als Reiseblog, nun sind andere Themen dazugekommen. Alles, was ich hier publiziere entspricht einzig und allein meiner Meinung. Kommentare sind erwünscht. Diese erscheinen zeitverzögert, da sie durch den Admin (myself) genehmigt werden müssen. Gefiltert wird nur Spam! [suwe]

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