Klinik-Aufenthalt


10. Mai 2021 (Mo.)

Gestern nachmittag wurde ich in der Charité im Bereich “Muskuloskeletale Chirurgie”aufgenommen.

Heute, Mo. 10.05.2021, 8:30, es geht los, ich finde es befremdlich, voll lauffähig zu sein, um dann im Bett durch’s Haus gekarrt zu werden. Diese mir peinliche Situation habe ich durch ein bisschen Small-talk mit meinem “Fahrer” irgendwie überstanden.

Was danach kam, war den Standard-Ablauf einer OP-Vorbereitung. Das gesamte Personal super-freundlich, ich war in besten Händen. Was ich wirklich faszinierend finde, was medizinisch möglich ist. Eine Person medikamentös so auszuknocken, dass diese einige Stunden später wieder zu sich kommt und wirklich nichts von dem Vergangenen mitbekam, nein, dieser Person fehlen nun einfach ein paar Stunden im Lebenslauf. Ich wachte irgendwann wieder auf, dämmerte wieder weg, kam wieder zu mir…das ist schon eine Erfahrung! Ich hoffe, dass ich nicht zu viel Unfug erzählt habe aber ich glaube ich konnte alle Fragen zum momentanen Befinden adäquat beantworten. 

Ich habe keine Ahnung, wie lange an mir herumgeschippel und -gesägt wurde, ich glaube auf der Aufwachstation lag ich irgendwas um 2 Stunden rum. Alle kümmerten sich, es wurde geguckt, überprüft, Wasser gereicht, sogar meine Brille war noch verfügbar, so dass ich meine Umgebung nicht nur schemenhaft wahrnehmen konnte. Ich war um 14:30 erst wieder auf meinem Zimmer, das sagt mir zumindest, dass die OP doch etwas zeitintensiver war.

Da lag ich nun, noch leicht benommen, das Bein in einer Art Schaumstoff-Lagerungsschiene. Ich war komplett schmerzfrei. Durst hatte ich, ansonsten war ich froh, den Eingriff soweit hinter mich gebracht zu haben.


11. Mai 2021 (Di.)

Gestern abend wurde ich befragt ob ein Schmerzkatheder gelegt werden soll. Ich hatte wohl viele Fragezeichen im Gesicht. Das sei üblich, die Zugänge waren in Form von 3(!) Braunülen, verteilt auf 2 Handrücken, ja auch da…aber ich hatte gar keine Schmerzen.

Die Nacht war…naja. Als absoluter Seitenschläfer nun nur noch auf dem Rücken liegen zu können, dass möchte ich als Herausforderung betrachten. Aber alles geht irgendwie.

Ich war noch ziemlich malle, der Tag war nicht wirklich effizient, rumliegen, Nickerchen machen, wach werden…mehr lief nicht. Arztvisite, hier die erneutre Frage nach dem Schmerzkatheder. Ich hatte wirklich keine post-operativen Wundschmerzen. Natürlich nahm ich die Standard-Dosis an Schmerzmedis (Tilidin und Novalminsulfon), aber nichts zusätzliches. Die Schaumstoff-Lagerungsschiene bin ich heute losgeworden.


12. Mai 2021 (Mi.)

Weiter Rückenlage! Arztvisite, allgemeine Zufriedenheit. Heute das erste Mal Aufstehen mit der Physio. Eine ganz neue Erfahrung, das Laufen (wenn ich es denn so bezeichnen möchte) oder eher das Schleichen ging soweit einigermaßen, aber es war sehr überraschend, wie trieselig einem so werden kann und man hat es nicht unter Kontrolle. Ich muss wohl auch etwas sehr fahl im Gesicht ausgesehen haben. Bedingt durch einen nicht geringen Blutverlust unter der Operation, war ich lt. Arzt so drauf.

Ein paar Meter mit der Physio im Zimmer gelaufen, danach Bewegungsübungen des Hüftgelenks. assistiv ca. 70-75°, mehr geht noch nicht. Hierbei habe ich Schmerzen gespürt, alles im Rahmen. Diese Schmerzen sind o.k., man muss abwägen, ab wann man speziell in Schmerzen reinarbeitet, also das Bewegungsausmaß zu viel für dem Moment ist. Wie soll ich das erklären, man spürt, ab wann das Bewegungsausmaß zu viel ist, der Schmerz ist dann anders.

Zum Thema Blutverlust unter der OP, ich hoffe, dass ich zur Entlassung einen OP-Bericht bekomme, dann gibt es mehr Informationen.

Nachtrag: [18.05.2021]

Ich hatte gehofft, dass mir ein OP-Bericht ausgehändigt wird. Leider bekam ich nur einen Arztbericht, so dass ich keine genaueren Umstände der OP erfuhr.


Zustand am 2 Tag post-operativ:

Gehen an UA-Gehstützen, in Begleitung mit 15 kg Teilbelastung, einige Meter im Zimmer.

Kreislauf nicht der stabilste.

Flexion im Hüftgelenk (HG) ca. 70-75°

Taubheitsgefühl lateraler Oberschenkel


13. Mai 2021 (Do.)

Gehen an UA-Gehstützen, etwas weiter…alles wird gut. Die Laufstrecke nun schon bis auf den Flur. Beweglichkeit vergleichbar mit gestern. Aber nun kann ich alleine üben. Die fehlende Physiotherapeutin ersetze ich mit einem großen Handtuch. Das Bein mit Unterstützung des nichtbetroffenen Beines etwas anstellen. Das Handtuch hinter dem Oberschenkel legen, beide Enden greifen und nun kann gut assitiv, also mit Gewichtsabgabe in Richtung Flexion geübt werden.

Auf’s Klo schaffe ich es nur in Begleitung, einfach wegen des Kreislaufs, der weiter nicht der Beste ist, aber auch das ist nur vorübergehend.


14. Mai 2021 (Fr.)

Heute früh um 4°° auf’s Klo gekrückt, alles gut soweit. Der Rückweg ging gar nicht, ich musste nach einer Eskorte in Form der Nachtschwester klingeln (peinlich!). Wann funktioniert mein Kreislauf wieder besser?!

Sonst, Physio, Gehen Flur UND Treppe. Kein Problem, die Technik kenne ich im Schlaf, mein Kreislauf ist besser geworden.

HG Bewegungsausmaß 0-0-80°

Weiterhin Schmerzsymptomatik bei assistiven Bewegungsübungen.

Taubheitsgefühl noch vorhanden, das ist wirklich ein ekliges Gefühl!!!


15. Mai 2021 (Sa.)

Keine Physio mehr, ich kann alleine an UA-Gehstützen laufen, meinen Kreislauf habe ich im Griff. Bewegungsübungen mehrmals täglich. Ich glaube ich erreiche 85°, meine Schätzung.

Die Arztvisite findet jeden Tag statt, soweit Zufriedenheit. Es war jedes Mal ein anderer Arzt, das ist aber der Größe des Klinikums geschuldet und ganz ehrlich, der Patient profitiert davon. Jeder erklärt auf seine Weise, ich denke das ist sehr hilfreich.

Heute wurde sich um das Pflaster auf der Wunde gekümmert.

Die Naht wurde mit resorbierenden Nahtmaterial versorgt. Das ist cool, da sich diese Naht von selbst auflöst. Abgedeckt wurde mit einer Art Hydrokolloid-Pflaster, dieses hat der Doc heute entfernt. Echtes Abenteuer! Ich hatte das Gefühl, als wenn es 2 Meter lang ist! Es wollte kein Ende nehmen, dieses Abreißgefühl 😉 Das wird nicht mein Hobby…


16. Mai 2021 (So.)

Heute gab es nur die Arztvisite. Sonst nichts weiter. Ich gehe auf dem Flur umher, meine Entlassung nach Hause ist für Montag avisiert.