Von Guatemala City nach Semuc Champey (Tag 44)

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Ein letzter Blick von der Dachterasse unseres Hotels:

Unser Plan heute, gen Norden nach Semuc Champey. Google maps berechnet für die knapp 300 Kilometer eine Fahrzeit von 6,5 Stunden. Allerdings mit dem Auto. Der Busverkehr scheint für die digitalen Maps nicht vorhanden zu sein, das fällt mir schon die gesamte Zeit auf, die wir hier unterwegs sind. Nur in Panama hat das funktioniert.

Wir wollen unser Ziel mit dem Bus erreichen. Recherche hatten wir schon etwas betrieben und die Ergebnisse habe ich auch soweit aufgeschrieben [LINK].

Von Cetra Norte fährt die Busgesellschaft “Monja Blank” stündlich nach Cobán, aber erst mal mussten wir zu diesem Busbahnhof gelangen. Wir hatten es schon rückwärts probiert, wussten also ungefähr Bescheid. Der MetroBus brachte uns zum Plaza Barrios und hier suchten wir nun den TransUrbano #311. Er fährt auf der 10A Avenida ab, das hat uns ein Mitarbeiter der MetroBus Gesellschaft gesagt. Allgemein, sind alle hier nett und hilfsbereit. Niemals bekamen wir irgendeine schnippische oder genervte Antwort, nein immer Freundlichkeit und in den allermeisten Fällen weiterführende Informationen.

Bushaltestelle
Da isse, die Haltestelle

Wir erreichten Centra Norte und wollten Tickets erwerben. Es war 8:45 und der 9:00 Uhr Bus war nicht unsere Wahl, da dieser mit Klima-Anlage als Ausstattungsmerkmal warb. A/C in diesen Ländern bedeutet, dass die Fahrgäste mindestens ein Fleece-Shirt tragen sollten, um nicht den Erfrierungstod zu sterben. Draußen stand noch einer der älteren Busse (eben ohne beworbene A/C) herum, das konnte nicht der 8:00-Bus sein und wäre er es gewesen, dann hätte uns doch der Fahrkartenverkäufer darauf hingewiesen. Dieser war ob der Aussage, dass wir NICHT in den klimatisierten Bus wollen etwas erschüttert und verkaufte uns für den 10:00 Bus Tickets. Wir trieben uns in der angegliederten Mall herum und frühstückten lecker. Kurz vor 10:00 waren wir zur Stelle. Der Bus kam ca. 15 Minuten später und machte eine halbe Stunde Pause. Damit war geklärt. Wenn du einen Bus zur vollen Stunde nehmen möchtest, dann komme entweder 15 Minuten früher oder 45 Minuten später. Dann passt es.

Übrigens, der Bus war auch klimatisiert, aber nicht mit diesen Hochleistungs-A/Cs. Wir fuhren los. Der Bus war knapp halbvoll und auch die Fahrer der nicht-Cicken-Bus-Gesellschaften wissen das Gaspedal gut zu bedienen. Nach knapp 2 Stunden gibt es eine 15-Minuten Pause. Kleines Restaurant, Klos alles was von Nöten ist. Das Nest heißt San Augustin Acasaguastlan.

Pause

Gegen 15:30 erreichten wir Cobán. Wir stiegen aus und verrieten durch unsere Erscheinung wohl sofort, als wir in eine Seitenstraße einbogen, von wo der nächste Bus fahren sollte, dass wir Touris waren;) Cobán ist wohl der ultimative Umsteigepunkt, um nach Lanqúin zu kommen. Wir wirden augenblicklich angesprochen “Lanqúin!?”. Und schon mussten wir nicht mehr suchen. Vor uns stand ein weißer Kleinbus, andere Busse verkehren hier wohl gar nicht in Richtung Lanqúin. Fahrgeld bezahlt und rein. Wir saßen auf der Rückbank. Den Rucksack irgendwie auf dem Schoß platziert. Bequem ist anders und es ging ja noch. Niemand außer uns trug Mund-Nase-Schutz, zum Glück gab es gut Durchzug. Ein paar Minuten später ging es los.

Hier ist der Bus noch leer, ich habe mich einfach in die Reihe davor gesetzt. Das Ganze aber nur für ein paar Kilometer.

Der Bus machte nochmal Halt, um mehr Passagiere aufzunehmen. Zum Schluss waren alle Sitze besetzt, dazu konnten in den Gängen noch Sitze runtergeklappt werden. Insgesamt zählten wir 28 erwachsenen Menschen an Bord, nicht zählen konnten wir (da von hinten nicht sichtbar) die Kleinkinder, ja teilweise Babies, die auf dem Schoß platz gefunden hatten. Dieser Busfahrer hatte überhaupt keine Hemmungen, er zeigte eine sehr offensive Fahrweise und es ging hoch ins Gebirge. Er raste die Serpentinen entlang, langsam wurde er nur, wenn die Steigung dies erzwang. Ich saß in der Mitte auf der letzten Bank. Vor mir ein Herr, der einen Gang-Klapp-Sitz erwischt hatte und sich mit vollem Gewicht in die Rückenlehne drückte. Dazu noch einschlief und mit seinem Hinterkopf ständig an meinem Rucksack, den ich auf dem Schoß hatte rumkuschelte. Diese Fahrten sind schon etwas Besonderes. Wir erreichten Lanqúin, eine kleine 2000-Seelen Stadt und fanden uns an dem vereinbarten Treffpunkt ein, wo uns ein Shuttle vom Hostel aufnehmen sollte.

Lanqúin

Hier gab es leichte Kommunikationsprobleme, die darin bestanden, dass sich der Treffpunkt geändert hatte, aber wir den alten mitgeteilt bekamen. Zu guter letzt kamen wir mit Verspätung zusammen und erreichten unser Hostel. Diese Fahrt führte auf eine Straße, die definitiv nur mit 4×4 Fahrzeugen befahren werden kann. Das Shuttle ist ein Pick-Up und es brauchte für die restlichen 10 Kilometer fast eine Stunde. Wir wurden kräftig auf der Ladefläche durchgeschüttelt.

Es war dunkel, als wir das Hostel erreichten. Für die knapp 300 Kilometer brauchten wir fast 12 Stunden.

Ein erstes Bild der Umgebung wo wir jetzt sind. Heute (Tag 45) war ein ruhiger Tag, morgen gehen wir ins National Monument Semuc Champey….


By SuWe

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