Von Tikal nach Flores (Tag 25)

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Wir blieben nur 2 Nächte in Tikal, mehr war einfach nicht tragbar dort. Unten gehe ich nochmal auf die Übernachtungsmöglichkeiten ein.
Bei unserer Abfahrt sahen wir einen älteren, naja vielleicht unser Alter, Herren am Straßenrand stehen. Er sah wartend aus, Trampen ist glaube ich in Guatemala nicht üblich. Wir hielten trotzdem und fragten, ob er runter zum Tor mitgenommen werden wolle. Er zeigte uns sofort seinen Guide-Ausweis, was bestätigt, dass per Anhalter fahren unüblich ist. Er wollte mit seiner Legitimation zeigen, dass es sicher sein ihn mitzunehmen. Und schon hatten wir einen Mitfahrer, der zu Beginn ins Englische switchte, dies aber änderte, als er erfuhr, dass wir aus Deutschland kommen. Sofort sprach er Deutsch und freute sich richtig diese Sprache anwenden zu können. Für ihn als Guide sei es wichtig viele Sprachen zu beherrschen und Deutsch habe er mit der “Deutschen Welle” gelernt (ich liebe diesen Sender!). Es bereicherte unsere Fahrt so sehr. Da sein Ziel auch Flores war, konnten wir Luis sogar bis dorthin mitnehmen. Wir erfuhren sehr viel über Guatemala.
Der gesamte Nationalpark (Tikal) ist staatlich organisiert und verwaltet. Das ist o.k., privatwirtschaftliche Interessen haben in einem Nationalpark nicht wirklich was zu suchen. Allerdings gehören die beiden Hotels dazu, diese sind rein staatlich und genau das wurde uns gespiegelt. Wir haben es sofort vermutet, als wir hier ankamen. Hier ist überhaupt kein wirtschaftliches Arbeiten oder Interesse zu bemerken. Zum Thema Energiemanagement: der Strom wir mit Generatoren(!) erzeugt, in Zeiten, in denen die Solarzelle schon erfunden ist! Luis sagte uns, dass der Generator bis zum Tempel IV zu hören ist. Wahrscheinlich gibt es eine Art Batterie, denn nachts ist er wohl ausgeschaltet und morgens gegen 3°° ist der Strom alle, wenn mehr als zwei Bungalows belegt sind, das haben wir erlebt. Organisation der Verpflegung. Ich schrieb schon von dem Restaurant, in welches man nicht gehen möchte. Dieses Restaurant macht um 8°° morgens auf und hat sogar eine Frühstückskarte (keine Ahnung, wir haben keinen Blick darauf riskiert). Aber ich möchte auf die Uhrzeit verweisen. Die Gäste haben hier nicht wegen der unendlichen Gastlichkeit eingecheckt, sondern, um Tikal zu besuchen. Das macht man ab 6°° oder sogar ab 4°°, wer eine Sun-Rise-Tour gebucht hat. Es besteht keine Möglichkeit, sich mit irgendetwas zu versorgen. Klar Brot, Kekse, Obst kann man mitbringen, aber bei dem nicht unerheblichen Übernachtungspreisen gibt es keine Möglichkeit, sich morgens auch nur einen Kaffee selbst zuzubereiten (ist ja auch kein Strom da!). Komplettes Missmanagement. Hier müsste einiges passieren, unbedingt. Aber solange diese Hotels in staatlicher Hand sind, ist das wohl ausgeschlossen. Ich hätte so viele Ideen, was angeboten werden könnte… Eins noch, überall gibt es gefiltertes Wasser, das gehört einfach dazu, dass der Gast unproblematisch und kostenfrei an Trinkwasser kommt. Im Jaguar-Inn habe ich nur die Möglichkeit mir Literflaschen für unverschämte umgerechnete €1,60 zu kaufen. Das geht gar nicht, bei der Wärme hier.
Zurück zu unserem Mitfahrer, wir unterhielten uns weiter, kurz vor Flores fragte es, ob wir uns ein richtig schickes Hotel, was an der Laguna de Pantenchel liegt, sehen wollen. Wir könnten mit ihm zusammen rein, da er als Guide die Möglichkeit hat einfach mal aufzutauchen und potentiellen Kunden oder was auch immer Hotelzimmer zeigen zu lassen. Und ja, echt toll dort, gehobene Klasse, sehr schön angelegt. Sowas ist immer mal interessant, einfach gucken zu können. Fun fact: Kayaks werden nicht mehr verliehen, dies wurde eingestellt, als zwei Rottweiler und ein Affe Opfer von Krokodilen wurde. Also Baden ist dort nicht.


Wir erreichten Flores und verabschiedeten uns von unserem Mitfahrer. Flores und den Lago Peten Itza hatten wir eigentlich gar nicht auf dem Schirm. Den See hatten wir auf unserer Fahrt nach Tikal gesehen und wollten auf dem Rückweg hier anhalten. Flores hat Hotels, Hostels, Restaurants, Supermärkte und natürlich Fast-food-Ketten. Dazu ausreichend Touristen. Und jetzt wurde uns klar, wo der Tikalreisende übernachtet. Hier.

Morgens einfach ein Taxi genommen, denn der Bus kommt erst weit nach 6°° am Park an. Das hätten wir besser planen können. Hier ist auch Leben, vielleicht ein bisschen viel, aber auf der anderen Seite der Halbinsel ist es ruhiger. Unser Tipp: Übernachtung in Flores, um Tikal zu besuchen!
Wir suchten uns eine Übernachtung über booking.com, diese war nicht in Flores, sondern gegenüber, in San Miguel. Hier mussten wir mit dem Auto etwas um den See fahren, ca. 20 Kilometer, das geht dachten wir, wenn die Unterkunft so gut ist, wie beschrieben. Also los, die Straße begann naja und wechselte dann in Schotterpiste, um dann eine Schotterpiste mit immer größeren Schlaglöchern zu werden. Wir waren uns nicht sicher, ob unser Navi uns in die Irre führen wollte. Auch diese Straße überlebte das Auto ohne Achsbruch, wozu echt was gehört. Wir erreichten San Miguel und sahen nichts, was nach Unterkunft, Hotel oder so aussah. Wir ließen das Auto stehen und machten uns zu Fuß bergauf, nach einigen Minuten stand die Entscheidung. Das wollen wir nicht, irgendwo da oben sollte ein Hotel sein, welches nur über halsbrecherische Trampelpfade erreichbar war. Die Ausschilderung war so gut wie nicht hilfreich, wir standen da, bei 36°C. Wir cancelten die Reservierung, kletterten zurück zum Auto, welches direkt am See stand und sahen, wie vor uns eine Autofähren entlangtuckerte. Facepalm!

Und rauf da…
So einfach kann das gehen:)

Niemand fährt diese Geröllstraße über 20 Kilometer, wenn man für 12Quetzales (ca. 1,50€) über den See kommt!!!
Wir kehrten also nach Flores zurück, diesmal über Wasser, viel entspannter, schneller, weniger gefährlich für das Auto. O.k. uns war nicht klar, ob diese DIY-Fähre wirklich zugelassen war, auch egal. Hier ist vieles so pragmatisch. Es funktioniert ohne unendlich vieler Genehmigungsverfahren, Prüfverfahren, etc. Das hier war eine aus Stahlplatten zusammengeschweißte Plattform, erinnerte an einen Ponton und verfügte über einen 6PS Suzuki Außenborder. In ca. 10 Minuten waren wir zurück in Flores.

So ungefähr sah es aus, dieses Foto habe ich am nächsten Morgen von unserem Hotelzimmer aus aufgenommen. Der Fährmann sitzt hinten am Motor.

Wir fanden ein tolles Hotel, direkt am Ufer. Konnten tolle Ausblicke auf den See genießen und dazu einen malerischen Sonnenuntergang. Es wurde vielleicht etwas lange gefeiert, aber dem geht man aus dem Weg, wenn man auf der anderen Seite ein Hotel nimmt.
Hier noch ein paar Eindrücke. Unser Hotel heißt “Hotel la Uniòn”.

Blick nach San Miguel.
Der hier lungerte an der Uferpromenade rum.
Nochmal in Großaufnahme.

Nach dieser Nacht in Flores geht es wieder zurück zum Rio Dulce. Hier haben wir und bis zum 15.03. einquartiert. Direkt am Wasser.



By SuWe

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