Washington, DC

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nochmal

Der für 10 Wochen geplante Trip war für mich etwas früher beendet, ohne dass ich hier weiter darauf eingehen möchte. Da ich die meistens die Berichte schreibe, ist nun eine Lücke entstanden. Ganz kurz, die Dreier-Konstellation MiSaCo, eben ohne Su erkundete den Attitlan See noch genauer und hierzu kommt vielleicht auch noch ein Bericht. Semuc Champey stand auch nochmal auf dem Reiseplan, nun mit weitaus mehr Abenteuergeist, wie z.B. einer Höhlenwanderung.
Ich schreibe diesen Bericht nun, da es mich zum Ende der Reise noch einmal über den Atlantik getrieben hat. Ich bin von BER via KEF (Reykjavik) nach Washington DC geflogen. Genauer nach BWI, das ist der Baltimore-Washington Airport.

Beim Einchecken in BER, waren die beiden Damen am Counter der Play-Airline erstaunt, dass heute (20.04.22) schon ein Flug der Play in die USA ginge. Das wäre doch erst ab Mai geplant. Ich hatte ca. eine halbe Stunde vorher die Info per SMS erhalten, dass dies heute der Junfernflug sei. Die Damen am Schalter meisterten die Situation ganz souverän und wenige Minuten später hielt ich meine Bordkarte in der Hand. Wieder mal eine aus Papier. Irgendwie habe ich oft Probleme mich online einzuchecken. Diesmal erschien folgende Meldung:

“…because of reasons”! Und: “Secondary Security Screening”…yup!

Egal, Check-in klappte problemlos, die Security war auch entspannt, diesmal musste ich mich einer Ganz-Körper-chemischen-Analyse unterziehen. Das kannte ich bis dato nur, dass irgendein mitgeführtes Objekt mit einem speziellen Tuch abgewedelt wird. Diesmal erschienen zwei Polizisten und wedelten mich komplett ab…ohne etwas Verdächtiges zu finden.

Die Play-Airline, ein Isländisches Unternehmen eine sog. no-frills Airline. Moderne Maschinen, hoher Sicherheitskomfort, alles super. Man muss nur wissen, es gibt nichts Inkludiertes an Bord, nicht mal Trinkwasser auch keine kleine Decke um es sich bequem zu machen. Sonst alles super. Wir erreichten Reykjavik und erschienen am Gate unseres Weiterflugs. Hier war Party, wegen des Erstfluges in die USA. Der CEO vom KEF-Airport, genau wie der der Play-Airline hielten eine kurze Ansprache. Es gab Kuchen in Form des Weißen Hauses, Getränke, Musik und dann ging es planmäßig los.

Feierstimmung
Ob das ein gutes Zeichen ist, wenn man das “Weiße Haus” wegknabbert? (War wirklich ein Kuchen.)

Der Flug war richtig gut, wir flogen über Grönland, die Aussicht war der Hammer!

Grönland, tolle Aussicht!

Knapp 7 Stunden Flug, davor (BER nach KEF), irgendwas um die 4 Stunden, das ist gut verträglich. Durch die Pause beim Umstieg kommt es einem gar nicht so lang vor.

Unsere Ankunft in BWI (Baltimore/ Washington) wurde auch noch feierlich begangen:

Von beiden Seiten ein Wasserbad für den Erstlingsflug!

Die Immigration in BWI lief ganz problemlos, mit wurde erneut ein Stempel über 6 Monate in den Pass gedrückt, das sei so üblich meinte der Beamte, wenn Visum, dann immer 6 Monate Aufenthalt.

Nach der Immigration begann die Suche nach den Öffis. Es gibt verschiedene Varianten, um vom BWI nach DC zu kmommen. Zu guter Letzt, nahm ich den Flughafen-Shuttle zur AMTRAK-/MARC-Station und von dort den MARC (commuter train) zur Union Station in DC.

Der MARC fährt hier auch ab

Das dauerte alles seine Zeit, aber ich erreichte mein Ziel, sogar noch vor 22°°Uhr. Ab diesem Zeitpunkt hätte ich mich komplett selbst in meiner Unterkunft einchecken müssen. Das ist o.k., allerdings hatte ich schon Bewertungen der etwas schrägen App gelesen, die dafür benutzt wurde. Das durfte ich dann auch noch erfahren. Ich hatte eine Nacht im Capsule Hotel in DC gebucht. Kapsel-Hotel haben wir schon in Cancún [LINK] kennengelernt und somit war ich da ziemlich offen und entspannt. Die Kapseln an sich sahen ähnlich aus, allerdings war hier in DC an Privatsphäre nicht zu denken. Seinen Kram konnte man auch nicht wegschließen. Die Kapsel konnten nur mit einem Rollo geschlossen werden, also reiner Sichtschutz, nichts mit Geräuschdämpfung. Im Yellow Capsule Hotel in Cancún konnten wir die Kapsel richtig verschließen. Kein Spint, nichts um etwas wegzuschließen, wer hier länger bleibt und die Stadt erkundet hat entweder sehr viel Vertrauen in seine Mitmenschen oder schleppt ständig alles Wichtige mit sich herum. Ansonsten machte alles einen recht lieblosen Eindruck. Der Check-in war auch bemerkenswert. Die Rezeption war ja noch besetzt, ich also hin zu dem Herren. Seine Auskunft “App laden!”. Das tat ich, hatte ja auch im Hostel Wi-Fi, was draußen ohne Passwort bei Erstankunft und self check-in eine erste Hürde gewesen wäre. Der Typ hatte so gar keine Lust auf Gäste, er maulte mich an, dass ich nun den Buchungscode eingeben solle undnd war echt ungehalten, als dieser in den gefühlt 50 eMails, die ich erhalten hatte nicht sofort zu finden war. Immerhin war er bereit, den Code in seinem Rechner aufzurufen und mir mitzuteilen. Dann nuschelte er etwas und verschwand. Er kam auch nicht wieder. Ich stand da und wußte als einziges, dass Kapsel #39 die Meinige war. Ich fragte also einen Gast, wie und wo ich diese finden könnte, dieser war echt nett und gab mir Auskunft. Eine wirklich merkwürdige Stimmung dort. Booking.com hat mir bei der Buchung, wegen meines Genius-Status ein Frühstück für Umme aufgebucht. Dieses war am nächsten Morgen nicht verfügbar, nein die eine Dame dort war fast beleidigt, als ich sie danach fragte. Wirklich komisch dort. Die Nacht ging soweit, die Dusche fand ich im Keller, empfehlen würde ich das Capsule Hotel U Street in DC aber nicht unbedingt.


Der kommende Tag, zumindest bis zum frühen Vormittag war für DC reserviert. Ich wollte einfach nur durch die geschichtsträchtige City laufen, mir bei Starbucke einen großen heißen Kaffee gönnen und diverse Bauwerke anschauen. Der Plan war soweit gut. Um 15°° plante ich wieder am Airport zu sein, da ca. zwei Stunden später ein Flieger nach Miami abheben würde, den ich gebucht hatte. Es ging alles soweit gut und ich könnte hier auch viele Fotos posten, Fotos aus tollen Perspektiven, aber ungeplant machte mir ein Virus einen Strich durch die Rechnung. In Guatemala habe ich mir wohl den Chikungunya-Virus eingefangen. Keine Krankengeschichten hier, nur soviel. Krasse Schmerzen in den Sprunggelenken, krass geschwollen die gesammte Region, in Deutschland hatte es begonnen und Penicilin wurde verordnet (das es ein Virus ist, wurde erst später erkannt). Antibiotika ohne Wirkung, dazu habe ich mir Tillidin gegönnt, schon heftig das Zeug, aber man schläft richtig gut:). Ich bin wirklich durch DC geschlichen, habe einiges gesehen, mir den versprochenen Kaffee mit einer langen Pause gegönnt aber ich habe nicht das geschafft, was ich vorhatte. Trotzdem ein toller Tag und DC ist eine Reise Wert!!!

Tja, und da stand ich unten am Fuß des Lincoln Monument. Das beste Foto wäre gewesen, Lincoln sitzend und im Hintergrund das Washington Monument. Ich stand da und überschlug, dass es 40 bis 50 Stufen da hoch wären. Ich konnte kaum noch krauchen, war offline, konnte mir also kein Uber bestellen und wog ab, ob ich da hoch klettere oder mir lieber die Option offen ließ die 1,8 km zur Metro-Station zu Fuß zu schaffen. Die Vernunft und damit die Metrostation siegte. Ich war nicht bei Lincoln, das muss andermal stattfinden.

Es war trotzdem ein beeindruckender Tag. Ich habe noch nie so viel gelebten Patriotismus erlebt. Alleine die jubelnden Kinder einer Familie, als ich am Weißen Haus vorbeiging und dieser häßlich grün angepinselte Heli landete, mit welchem der Präsident oder wer auch immer einfliegt, der Jubel war ehrlich gemeint und die Eltern haben ihre Kinder nicht dazu aufgefordert. Die haben einfach losgejubelt…

Hm, also DC ist noch nicht fertig, mal schauen…ich muss besser drauf sein und dann wird es nachgeholt.


Metro Center, die Metro-Stationen, die ich gesehen habe sind schon beeindruckend.

By SuWe

Seit 2012 gibt es dieses Blog, erst als Reiseblog, nun sind andere Themen dazugekommen. Alles, was ich hier publiziere entspricht einzig und allein meiner Meinung. Kommentare sind erwünscht. Diese erscheinen zeitverzögert, da sie durch den Admin (myself) genehmigt werden müssen. Gefiltert wird nur Spam! [suwe]

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